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Mitteilung vom 21.02.2011:

 

Pressemitteilung

Projektwerkstatt Palliative Care am 18. Mai 2011 (DRK und Caritas Ol/Vec)

 

 

Palliative Versorgung in der ambulanten und stationären (Alten)pflege – DRK- und Caritasprojekt endet mit einem Abschluss- und Präsentationstag in Oldenburg.

 

Engagierter Einsatz für schwerstkranke und sterbende Menschen

 

Mitarbeiter aus neun Einrichtungen und Diensten der stationären und ambulanten (Alten)Pflege präsentierten am 18. Mai in Oldenburg ihre Ergebnisse aus dem 15monatigen Palliativprojekt. Knapp anderthalb Jahre beschäftigten sich die 17 TeilnehmerInnen mit der Pflege, Versorgung und Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen und beschäftigten sich mit der Abschiedskultur in den Einrichtungen und ambulanten Diensten.

 

Die Bedürfnisse der schwerstkranken und sterbenden Bewohner/Patienten und seine Angehörigen stehen bei der Palliativversorgung ausnahmslos im Mittelpunkt. Um diesen Anspruch in der stationären und ambulanten Altenpflege gerecht zu werden bedarf es an Veränderungen in der gesamten Organisation. Zum Beispiel muss für die Linderung von belastenden Symptomen, wie z. B. Schmerz, Atemnot oder Juckreiz das Pflegepersonal gut geschult und auf dem neusten Stand der Forschung sein. Zu den palliativpflegerischen Kompetenzen gehört u. a. die Anwendung von wirkungsvollen Ergänzungen zur medikamentösen Therapie, wie den Einsatz von Aromen bei Unruhe oder Lagerungstechniken zur Schmerzenentlastung. Zudem ist zur Sicherstellung einer guten Palliativversorgung die Arbeit mit weiteren Versorgungsanbietern, wie z. B. Palliativmediziner, Hospizdienste, amb. Palliativdienste, Bestatter u. a. notwendig. Die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Hospizhelfern, die sich für die alltäglichen Bedürfnisse der Bewohner/Patienten sorgen, ist für die bedürfnisorientierte Begleitung Sterbender im Pflegeheim und auch in der ambulanten Pflege sehr wichtig. Auch die Arbeit mit trauernden Angehörigen, Bewohnern und Mitarbeitern gehört zur Palliativarbeit. Wesentlich für den Beginn der Palliativarbeit in der Altenhilfe ist die Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer.

 

Die Begleitung und die Pflege sterbender und schwerstkranker Menschen sind in der Altenpflege ein wichtiges Thema. Durch die älter werdende Bevölkerung, der Anstieg der Pflegebedürftigkeit, die schnellen Krankenhausentlassungen und dem verbesserten Ausbau der ambulanten Pflege ziehen die erhöht Pflegebedürftigen später in stationäre Einrichtungen ein. Der Aufenthalt dauert oft nur wenige Tage bis Monate. Etwa die Hälfte der neu einziehenden Bewohner verstirbt binnen eines Jahres nach Einzug aufgrund ihrer starken, bereits mit ins Heim gebrachten Erkrankungen. Gleichzeitig werden pflegebedürftige Personen länger in der ambulanten Situation versorgt, so ergibt sich auch in der ambulanten Pflege einen Anstieg an schwerstkranken und sterbenden Patienten.

 

Pflegende werden immer häufiger mit Sterben und Tod konfrontiert und begegnen vermehrt trauernden Angehörigen und Mitbewohnern. Um diesen Anforderungen adäquat gerecht zu werden ist es notwendig, dass Pflegende Sicherheit in Form von Wissenszugewinn und auch Unterstützung seitens des Teams und der Organisation erfahren. Letzteres ist nur möglich, wenn die Themen Tod und Sterben ihren Tabucharacter verlieren und zur Konzeption der Organisation gehören.

Die neun teilnehmenden Einrichtungen und Dienste haben in den vergangenen anderthalb Jahren Projektgruppen in den Einrichtungen zum Thema Palliativversorgung gebildet. Hier wurden Ziele entwickelt und Maßnahmen umgesetzt. Der interne Prozess wurde durch ein 5-tägiges Seminar zum Thema Projektmanagement und durch sechs Doppel-Coaching- und Impulstage begleitet und unterstützt. Am Abschluss- und Präsentationstag (18. Mai 2011) wurden von den Projektteilnehmern die einzelnen Maßnahmen aus ihrem Projekten vorgestellt. Sie präsentierten Ergebnisse zu folgenden Themen: Schmerzmanagement, Abschiedsrituale, Kommunikation, Vernetzung, Mundpflege sowie weitere palliativpflegerische Aspekte und Ethik am Lebensende.

 

Zum Beispiel präsentierte eine Einrichtung ein ambulanter Pflegedienst aus dem Landkreis Cloppenburg die reflexive Fallbesprechung als Element der Abschiedskultur. In der Dienstübergabe etabliert ist eine unkommentierte Reflexion über die Situation des Versterbens von Patienten. Dieses Ritual dient vor allem zur Entlastung der Mitarbeiter. Eine weitere Einrichtung aus dem Raum Oldenburg präsentierte einen Film über die Abschiedskultur in ihrer Einrichtung. Hier wurde die Gedenkecke der Einrichtung für verstorbene Bewohner und auch das Ritual des Abschiedsfeier nach dem Versterben von Bewohnern vorgestellt. Eine Besonderheit war, dass eine Bewohnerin eines Altenheims anwesend war und aus ihrer Perspektive über die Projektarbeit im Bereich Palliative Care berichtet hat. Die Rituale und auch die Verbesserungen der Fachkompetenzen im Bereich Palliative Care werden von den Bewohnern wahr genommen und wert geschätzt.

 

Für alle Einrichtungen war der Abschluss- und Präsentationstag ein ganz besonderer Tag. Sie erhielten für Ihre besonders gute Arbeit das Zertifikat „Palliativkompetentes Pflegeheim/ Pflegedienst“ überreicht. Die Zertifikate wurden vom DRK-Präsident Herr Hochapfel und dem stellvertretenden Caritasdirektor Herr Dr. Pohlmann überreicht und beide sprachen sich sehr positiv über die Arbeit in den Einrichtungen aus und wünschten den Mitarbeitern viel Erfolg für die weitere Arbeit. Auch wenn der Abschlusstag des Projektes nun statt gefunden hat, eines ist sicher, die Arbeit am Thema Palliative Care geht natürlich weiter.

 

Kontakt:

 

MediAcion, Jochen Becker-Ebel, Grundstr. 17,  220257 Hamburg, Tel.: (040) 99994658 www.mediacion.de

 

Kursleitung: Svenja Uhrig und Cornelia Wichmann: Erreichbar über MediAcion www.mediacion.de

 

 

 

Pressemitteilung des DRK Landesverband Niedersachsen e. V. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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